Demenz

Krankheitsbilder 

 

 

Demenz

Demenzerkrankungen sind definiert durch einen fortschreitenden Abbau und Verlust kogniti-ver Funktionen wie Denken, Sprechen, Rechnen, Orientierung, Auffassung, Lernfähigkeit und Sprache. Diese Einbussen führen dazu, dass Alltagsaktivitäten nicht mehr selbstständig vorgenommen werden können.
Demenzerkrankte haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko und eine verkürzte Lebenserwartung. Die zunehmende Veränderung der Kranken, das Auftreten von allfälligen psychischen und Verhaltenssymptomen, sowie die pflegerischen Massnahmen führen zudem zu einer hohen emotionalen und körperlichen Belastung der Angehörigen. Das schwere Stadium der De-menz ist durch eine vollständige Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Umwelt charakteri-siert.

Gemäss einer Schätzung der Schweizerischen Alzheimervereinigung leben in der Schweiz aktuell rund 110’000 Menschen mit einer Demenz.
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter deutlich an. Aufgrund einer Veränderung im Altersaufbau der Bevölkerung in der Schweiz werden daher in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Patienten an einer Demenz leiden. Nach Berechnungen des Bundesamtes für Statistik (2012) dürfte bis 2060 der Anteil über 65-jährigen Personen von 16,9% (2010) auf rund 28% ansteigen.


 
Quelle: Leben mit Demenz in der Schweiz - Eckdaten, Schweizerische Alzheimervereinigung, Yverdon-les-Bains, 2009.

Zum heutigen Zeitpunkt ist Demenz nicht heilbar, umso wichtiger ist daher die Prävention. Risikofaktoren, die beeinflusst werden können, sind Rauchen, Hypertension, Diabetes melli-tus, Vorhofflimmern und Adipositas und andere modifizierbare Faktoren (wenig körperliche Aktivität oder soziale Vernetzung).


Diagnosestellung
Zur Bestätigung oder zum Ausschluss der Diagnose einer Demenz ist eine neurologische und neuropsychologische Abklärung erforderlich. Diese wird in der Regel in einer dafür ge-eigneten Sprechstunde (Gedächtnissprechstunde) durchgeführt. Zusätzliche diagnostische Verfahren wie eine Bildgebung (Schädel Magnetresonanztomographie oder kurz Schädel MRI) oder Entnahme von Hirnflüssigkeit (Liquorpunktion) etc. werden individuell durchge-führt. Ein weiteres Ziel der Demenzabklärung ist der Beginn einer therapeutischen Behand-lung. Für Betroffene stehen wirksame Behandlungsverfahren zur Verfügung. Die verschie-denen Therapieformen unterscheiden sich jedoch innerhalb der diversen Demenzarten.

Zum Bereich der Demenzen zählen sehr vielfältige Erkrankungen. Für alle existieren spezifi-sche klinische Kriterien, die sich in einer Demenzabklärung zuordnen lassen. Zu den ver-schiedenen Erkrankungen zählen z.B. die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, Fron-totemporale Demenzen und weitere Demenzformen. Entsprechend stehen unterschiedliche kognitive Defizite im Vordergrund.


Alzheimer-Demenz
Die häufigste Form der Demenzerkrankung ist die Alzheimer-Demenz; sie ist für rund zwei Drittel aller Demenzen verantwortlich. Die Alzheimer-Demenz  präsentiert sich am häufigsten mit zunehmenden Gedächtnisstörungen. Vom amerikanischen «National Institute on Aging» wurden deshalb sieben Warnzeichen formuliert, die auf den Beginn einer Alzheimer-Demenz hinweisen können und welche nahestehende Personen veranlassen sollten, ärztlichen Rat einzuholen:

 

1.) Der Erkrankte wiederholt immer wieder die gleiche Frage.
2.) Der Erkrankte erzählt immer wieder die gleiche kurze Geschichte.
3.) Der Erkrankte weiß nicht mehr, wie bestimmte alltägliche Verrichtungen wie Kochen, Kartenspiel, Handhabung der TV-Fernbedienung funktionieren.
4.) Der Erkrankte hat den sicheren Umgang mit Geld, Überweisungen, Rechnungen und Ähnlichem verloren.
5.) Der Erkrankte findet viele Gegenstände nicht mehr oder er legt sie an ungewöhnliche Plätze (unabsichtliches Verstecken) und verdächtigt andere Personen, den vermissten Gegenstand weggenommen zu haben.
6.) Der Erkrankte vernachlässigt anhaltend sein Äußeres, bestreitet dies aber.
7.) Der Erkrankte antwortet auf Fragen, indem er die ihm gestellte Frage wiederholt.


Vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz ist ebenfalls häufig und kann aufgrund von Durchblutungsstörungen entstehen. Hier kann es zu plötzlichen Verschlechterungen der Hirnleistung und zur schlag-anfallartigen Symptomatik kommen.


Frontotemporale Demenz
Frontotemporale Demenzen treten vor allem bei jüngeren Patienten auf. Etwa 75% der Pati-enten zeigen einen Beginn mit einer Erstsymptomatik zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. Im Vordergrund stehen Verhaltensauffälligkeiten oder Sprachstörungen.


Differentialdiagnosen
Von den oben erwähnten Demenzen müssen symptomatische Demenzen in Folge verschie-dener Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkran-kungen oder Mangel an Vitamin B12, Alkoholismus, etc.) unterschieden werden.
Ein mit Demenzerkrankungen erfahrener Neurologe wird die entsprechenden, notwendigen Untersuchungen in die Wege leiten und koordinieren.

zurück